Deutsch-französische Annäherungs- und Versöhnungsprozesse im 20. Jahrhundert
Deutsch-französische Annäherungs- und Versöhnungsprozesse im 20. Jahrhundert
· Mittwoch, 29. April 2026 um 16:15 Uhr
· O.06.22 Hörsaal 18
· mit Prof. Dr. Corine Defrance und Prof. Dr. Ulrich Pfeil
Über die Veranstaltung
Deutschland und Frankreich haben in einem Dreivierteljahrhundert drei Kriege erlebt. Jedoch gelang es ihnen bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts nicht, den Frieden dauerhaft zu festigen. Das Zusammenleben nach einem Konflikt neu zu erlernen, ist ein komplexer, asymmetrischer und selten linearer Prozess, der von Durchbrüchen, aber auch von Rückschlägen geprägt ist. Wir möchten die verschiedenen — politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen — Aspekte dieses doppelten Prozesses der Annäherung und Versöhnung untersuchen. Wer waren die Akteure, und wie wurde das Narrativ der deutsch-französischen „Versöhnung“ konstruiert?
Kurzbiographie
Corine Defrance ist Historikerin und Professorin am CNRS und an der Universität Paris 1-Panthéon-Sorbonne (Sirice). Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte Deutschlands und die Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen im 20. Jahrhundert sowie Versöhnungsprozesse in Europa. 2022 hat sie Françoise Frenkel. Portrait d’une inconnue (Gallimard, Paris) veröffentlicht. 2026 ist der von ihr, Ulrich Pfeil und Tobias Bütow herausgegebene Band 63 Orte der deutsch-französischen Geschichte seit 1870 (Herder, Freiburg. i. B.) erschienen.
Ulrich Pfeil, Historiker, ist Professor für Deutschlandstudien an der Université de Lorraine, Metz. Er ist Spezialist für deutsche Zeitgeschichte, die Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen und die Geschichte des Sports. Mit Corine Defrance ist er Autor des 10. Bandes der Deutsch-Französischen Geschichte: Deutschland und Frankreich 1945–1963. Eine Nachkriegsgeschichte in Europa (WBG, Darmstadt, 2011). Im Juni 2026 erscheint sein neues Buch Aus Trümmern werden Stadien. Stadtplanung, Architektur und Sport in der frühen DDR (Ch. Links, Berlin).